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The Final Page

Ich war also im zweitgrößten Land der Erde. Nahezu 27 mal so groß wie Deutschland und mit seinen 32 Millionen Einwohnern gerade mal einen Bruchteil so dicht besiedelt.
Zu Grunde dieser Reise lag der Wunsch raus zu kommen, mehr von der Welt zu sehen, die Selbstständigkeit zu beweisen und in gewisser Weise abgenabelt zu sein.
Zuerst stellt sich natürlich auch die Frage: Warum denn ausgerechnet Kanada? - Aus Sympathie zu Amerika (nicht durchweg die Vereinigten Staaten), wegen nahezu unendlicher sowie grenzenloser Reisemöglichkeiten allein in einem Land, wegen der geringeren sprachlichen Barrieren und des relativ einfach zu bekommenden Arbeitsvisums.
Hat es sich ausgezahlt?!

Ich habe in den vergangen Monaten knapp 25.000 km auf dem nordamerikanischen Kontinent zurückgelegt - vorzugsweise per Anhalter, im Zug, im Bus, per Auto und auch ein Stück per Flugzeug.
Auf meinen Wegen ist mir eine unerwartete und unglaubliche Gastfreundschaft zu Teil geworden. Abgesehen von den zahllosen Mitfahrgelegenheiten sind besonders auch die vielen Einladungen hervorzuheben. Nicht selten wurde mir auch Kost oder auch Logis gewährt. Außerdem hervorzuheben ist die überwältigende Landschaft, welche einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Dagegen steht aber, dass ich natürlich auch von vielen am Straßenrand einfach stehen gelassen wurde, manchmal mir das Wetter zusetzte, und mich gerade die typisch nordamerikanische Oberflächlichkeit hin und wieder nervte, und mich als Deutschen mit seiner direkten Art auf die Probe stellte.

Aber nichtsdestotrotz … und gerade mit heranrückenden Abreisetermin,…. fiel es mir zunehmend schwerer mich von dem Land zu trennen, besonders in Anbetracht der letzten drei Wochen. Besonders der Yukon hat mit seiner unglaublichen Landschaft fasziniert. Auch noch mal Tofino auf Vancouver Island zum Abschluss gesehen zu haben war sensationell.

Zudem konnte ich die ein oder andere Situation auf mich gestellt meistern, ob zum positiven oder negativen Ende sei dahin gestellt :) - es geht einfach um die Erfahrung!

Also noch mal kurz und knapp Ja – es hat sich gelohnt.

Kanadas unendliche Weiten und die sagenhafte Natur und deren Wunder, die Möglichkeit auf hunderte Kilometer keinen Menschen antreffen zu müssen, hat schon den ein oder anderen fasziniert und in seinen Bann gezogen und für immer dort behalten. Viele bevorzugen eben den eher einsiedlerischen Lebensstil und die damit verbundene Möglichkeit auf seinem Grundstück das zu tun was man möchte.
Des weiteren zeichnet sich Kanada durch die Freundlichkeit der Menschen aus. Mitunter aufgesetzt oder auch aus Höflichkeit (typisch amerikanisch).

Der Kanadier ist auch im allgemeinen ruhiger als der US-Amerikaner, ist in erster Linie stolz nicht US-Amerikaner sein, anstatt Kanadier.
Die Esskultur ist schwierig. Sandwiches, Burger, Steak prägen das Essen, dabei bieten besonders Kanada eigentlich mehr. Zum Beispiel Fisch, Moose, Wild, Elch usw.. Bei uns gehört Wild nahezu zum Speiseplan und ist fast überall zu bekommen. Die kanadische Food Culture wird ergänzt durch ein Potpourri aus asiatischen und nahöstlichen Essen in Restaurants und Schnellimbissen.
Sobald man in ländliche Regionen vorstößt ist des Kanadiers liebstes Fortbewegungsmittel der Pickup. Wuchtigkeit, viele PS, hoher Spritverbrauch und Ineffizienz zeichnen das Lieblingsauto aus. Aber eben auch den Inbegriff der amerikanischen Freiheit im Bereich der individuellen Mobilität.

Zumindest von meinem Standpunkt aus, fiel es schwer, eine Art Kultur auszumachen. Viele Kanadier selbst schieben dies auf das noch Junge Alter Kanadas. Für mich irgendwie keine plausible Erklärung, könnte doch die Alte Welt als Vorbild dienen.

Allerdings dreht sich in Kanada wie auch in Deutschland viel um den Sport. Hockey, der Lieblingssport, und Baseball sind die großen Sportarten.

Neun Monate Nordamerika haben nach meiner Rückkehr erst einmal mehr Fragen aufgeworfen, als dass ich für mich Antworten in der vergangen Zeit finden konnte. Wo soll es hingehen mit mir?: ist die Frage um die es sich im Augenblick auf vielen Ebenen dreht. Und dies sei auch erst mal dahin gestellt – ich arbeite an Lösungen :). Fest steht ich muss für Veränderung sorgen.

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Das Ende ist nah

Es ist wieder die zeit gekommen die Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Wochen in Textform zu gießen.
Schon kurz nach unserer Rückkehr von Whitehorse nach Vancouver konnten wir Micha und Eva ebenso vom Flughafen abholen. Nichtsdestotrotz blieb aber genügend zeit für uns um immerhin eine Stunde zu spät am Flughafen zu sein. Nächstes mal sollte ich mir lieber eine Notiz mit der richtigen Ankunftszeit machen: Micha - Vancouver - 08.06. - 20:25!
Wie dem auch sei. Direkt am darauffolgenden Morgen sind wir in aller Frühe Richtung Fähre nach Vancouver Island und letztendlich des wunderschönen Tofino gestartet. Zurück an der Pazifikküste überkam mich ein heimatliches Gefühl, war Tofino doch einer der schönsten oder der schönste Ort an dem ich bisher in Nordamerika war. Auch die anderen waren, so denke ich, schon vom ersten Spaziergang am Strand und der faszinierenden Landschaft begeistert. Als ein Highlight am ersten Tag ist auch der Bär am Straßenrand zu erwähnen - wie bestellt saß er da und hat Beeren gegessen.
Auf dem Plan für die nächsten Tage standen Whale-Watching, Kajakfahren, Strandspaziergänge und Wanderungen. Und natürlich wenn Zeit war zum chillaxen. Die Wal Tour hatte sich wirklich gelohnt. Zuerst sind wir mit einer Art Speedboot Richtung offener See geschossen und haben dann dort Wale beobachten können. Bis zu 4 Stück an einer Stelle, glaube ich, konnte man doch meistens nur die auftauchenden Buckel sehen.
Auf dem Rückweg/ Weg nach Portland (eine unglaublich lange Strecke in Zeit und Distanz) war es dann ungefähr so: links Bär, rechts Bär, links Bär usw.. Letztendlich waren wir 13 Stunden unterwegs.
Schon nach dem ersten Durchfahren durch Portland war für mich klar, dass die Zeit nicht ausreichen wird um hier alles angemessen zu sehen und zu genießen. Viele kleine Bars, Imbisse, Restaurants, Second Hand Läden, und Radläden, mitunter in Einfamilienhäusern. Man konnte den Vibe der durch die vielen jungen Menschen erzeugt wird spüren - hier geht was. Außerdem ist Portland ein Shopping-Paradies, da hier keine Mehrwertsteuer zu zahlen ist. Der ein oder andere von uns hat das auch durchaus genutzt ;).
Wie gesagt nach einem zu kurzen Aufenthalt ging es an Micha’ Geburtstag für eine Nacht nach Seattle, welches diesmal bei schönem Wetter deutlich freundlicher war.
Mittlerweile befinden wir uns wieder in Vancouver - für alle endet die Reise im Laufe des morgigen Freitags - alle werden wieder ins Flugzeug steigen und Kanada verlassen! Die vergangen Wochen waren noch einmal proppenvoll - eigentlich ein würdiger Abschluss. Oder?!

Tags: usa canada
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